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Skandinavien – Der fünfte Tag

Tag 5 und wir reisen weiter ostwärts, verlassen Ystad Richtung Ales Stenar, Simrisham und Kivik. Heute wollen wir uns von dem Suchstress gestern erholen und planen daher bis 12 Uhr einen Campingplatz anzufahren. Dort wird das Frischwasser aufgefüllt, Abwasser entleert und Strom für die ganze Elektronik besorgt. Frühstück wird langsam zur Routine, aber es schmeckt jeden Tag immer besser. Endlich wieder normales Frühstück – die Brötchen auf der Arbeit werde ich hier nicht vermissen. Überhaupt Frühstück. Ich stelle fest, dass ich im Urlaub viel konsequenter frühstücken kann, weil ich mir die Zeit nehme. Da ist der Spruch wieder, den ich recht oft predige. Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Mone und ich essen also unser tägliches Müsli mit Joghurt und Äpfeln, dazu Brot und Milch bzw Kaffee. Klappt hervorragend.

Back to topic. Wir fahren also vom Stellplatz los zur Schiffssetzung des Wikingerfürsten Ales. sind früh genug da um nicht gemeinsam mit den Heerscharen an Touristen dort hin zu trekken. 700m sind es laut dem ersten Schild vom Parkplatz bis zu den Steinen. Dabei fällt mir auf, dass direkt dort unten am Parkplatz auch die Möglichkeit besteht sich hinzustellen. Hätte ich gestern mal auf der Route von Löderups nach Ystad genauer hingesehen. Aber so können wir wenigstens sagen, dass wir kostenlos in der ersten Reihe direkt am Meer standen. Der Weg vom Parkplatz hoch zur Schiffssetzung führt durch das kleine Städtchen Käseberga, nicht viel zu sehen, aber wenn es ruhig ist, richtig schön anzusehen.Die Schiffssetzung ist umgeben von einer Steilklippe, ein Bild wie gemalt. Ich glaube, bei Sonnenuntergang kommt da noch viel mehr Kitsch hoch. Es lohnt sich auf alle Fälle, dort hinzufahren. Idealerweise recht früh am Morgen oder vermutlich auch sehr spät am Abend.

Nach der Rückkehr fahren wir Richtung Simrishamn weiter, durchqueren diese Küstenstadt (sieht nett aus) und begeben uns weiter Richtung Kivik. Hier befindet sich eine Mosterei und René sagt, man muss unbedingt den Cider probieren. Wir wollen aber erst einmal vor 12 Uhr den hiesigen Familien-Campingplatz anfahren und hoffen dass wir was bekommen. Glücklicherweise verlassen ein paar Fahrzeuge das Gelände und wir bekommen einen Platz. Mit Strom! Kamera, Handy und Laptop werden direkt aufgeladen. Wir relaxen erst und gehen den schmächtigen Kiesweg runter zum Strand. Ganz nett da, das Wasser aber, nach einem Fußtest von mir, arschkalt. Wieder zurück am Campingplatz grillen wir und entscheiden im Anschluss eine kleine Radtour durch die Gegend zu machen. Es gibt hier ein Königsgrab, der sieht recht spannend aus. Leider sind wir etwas spät dran, um 18 Uhr schließt das Museum – oder wie auch immer man das nennen möchte. Die Grabstätte sieht aber sehr interessant aus. Kungagraven nennt sich der Ort. Zurück in der Stadt entdeckt Mone noch ein kleines Geschäft mit netten Artikeln. Ich beobachte dabei werdende Eltern, wie sie sich gemeinsam eine Kuscheltiergiraffe aussuchen. Der Moment war wieder so passend zum Tag. Sonnenschein, alle glücklich und dann sieht man auch noch lächelnde Menschen um sich herum. All die negativen Nachrichten und was da draußen noch so herumschwirrt, davon bekommen wir hier nichts mit. Bei der Radtour begeben wir uns auch in den Nachbarort Vitemölla. Was für herrliche Häuser da stehen. Ich bekomme meine Kinnlade kaum hoch. Und dann biegen wir nach links ab und entdecken einen wunderbaren Moment. Eine schwedische Familie, drei Generationen soweit ich sehen konnte, sitzt an einer langen Tafel, mit verschiedenen Stühlen draußen unter Äpfelbäumen und hat einen schönen Abend. Wunderbarer Moment. Da muss ich Mones Orientierungslosigkeit mal hervorheben. Orientierungslos sieht man mehr von der Welt.

Während ich diese Zeilen hier schreibe, geht die Sonne wieder einmal nur fast unter. Für mich zumindest. Wenn ich mich nicht irre, gehen wir zwei hier oben früher ins Bett als die Sonne und das wiederum beschert uns öfters als uns lieb ist einen schönen Sonnenuntergang. Vielleicht ist das kitschig, aber ich für mich stelle fest, dass ich mich hier echt gut entschleunigen kann.

Listen: Foy Vance – Burden

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