Norwegen,  Reiseberichte,  Skandinavien 2016,  Touren

Skandinavien – Der fünfzehnte Tag

Adieu Drammen, es war schön hier. Heute nehmen wir uns vor, die Strecke bis nach Langesund abzufahren, um übermorgen die Fähre noch zeitig zu erreichen. Wir wissen die Strecke bis dahin gar nicht einzuschätzen, auch wenn es nur 130 Kilometer sind. Aber die Fahrt von Halden nach Drammen hat gezeigt, dass Norwegen abseits der Autobahnen sehr enge Straßen führt. Vor allem sehr bergige Straßen. Mittags sind wir mit allem fertig und düsen die Strecke nach Südwesten runter. Begeistert schauen wir mal nach links und rechts. Die Sonne tut ihr übriges. Wir fahren mitten durch imposante Tallandschaften oder kraxeln mit Porthos entlang Serpetinen hinauf und hinab. Während der ganzen Fahrt kommt Mone in Singlaune und wir beginnen alle möglichen Refrains und Songs laut zu singen. Macht das mal nach, ein Heidenspaß! Alle „Singalong“-Videos auf YouTube können auf jeden Fall einpacken. Wir waren besser!! An einer Kurve erblicken wir einen reißenden Fluss und erwischen noch zwei Angler beim verzweifelten Versuch, eine Lachsforelle aus dem Wasser zu bekommen.

Der Drill des Anglers dauert noch 10 Minuten ehe sein Kumpane den Lachs sicher im Kescher landen kann. Voller Euphorie umarmen sich die Jungs und wir müssen über diese Geste schmunzeln. Später, als wir über die Brücke laufen um uns den Fluss näher anzusehen, kommt uns der stolze Angler entgegen. Der Lachs hat auf jeden Fall eine stattliche Größe. Ich mache noch ein Touri-Foto und freue mich für ihn. Mich interessiert der Name des Flusses noch, Google spuckte mir an Ort und Stelle nur den Namen Lågen heraus, jetzt weiß ich, dass das einer der größten Norwegischen Flüsse mit 352 Kilometern Länge ist. Am Fluss befindet sich ein Campingplatz, Brufoss scheint hier sein Revier zu haben. Interessierte Angler werden hier fündig. Danach fahren wir ein gutes Stück und sind knapp 25 Kilometer vor Langesund, als uns ein Schild mit Zelt auf einen nahegelegenen Campingplatz hinweist. Wir biegen links ab und fahren Richtung Eidanger zum Campingplatz Olavsberget. Ein netter kleiner Campingplatz mit eigenem Badestrand (wobei Baden hier sehr weit ins Wasser gehen heißt). Wir beschließen uns hier niederzulassen, um noch Kräfte für Dänemark zu tanken.

Ankommen und relaxen ist die Devise hier. Wir packen direkt die Badesachen aus und relaxen noch lange am See. Pardon, am Fjord. Wir baden das erste Mal in einem echten Fjord in Norwegen und erleben noch den Start eines Wasserflugzeugs. Falls ich jemals eine „1.000 Dinge, die ich tue, bevor ich von der Erde gehe“-Liste führen sollte: Im norwegischen Fjord baden – Check! Mit dem Wasserflugzeug fliegen – To do! Da muss aber, glaube ich, Kanada herhalten. Echtes Buschfliegerfeeling muss schon sein.

Leckeres Abendessen zu gegrilltem Gemüse, gegrillten Wiener Würstchen (die nennen das hier wohl Bratwurst – wenn die mal ne echte Thüringer Bratwurst gegessen haben, dann wissen die was ’ne Bratwurst ist), frischen Tomaten mit Mozzarella und für Mone noch Süßkartoffelpommes vom Grill – uns geht es wahrlich gut hier oben. Das Wetter ist nach wie vor stabil. Scheinbar regnet es nur, wenn wir mit dem Tag nichts anzufangen wissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.