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Skandinavien – Der neunte Tag

Der zweite Tag auf dem Spillhammars Campingplatz bricht an. Noch immer schwärmen wir vom Platz. Alles so idyllisch und pefekt hier. Nur Campingplätzgäste können die Sanitäreanlagen nutzen, man bezahlt mit einer aufgeladenen Karte an der Dusche und spart so auch bewusst Wasser und überhaupt sind hier alle echt gut drauf. Nachdem wir aber gestern auf dem Katthulthof waren, möchten wir heute die Kinder von Bullerbü sehen. Das GPS Gerät zeigt eine Strecke von 8 Kilometern ab dem Campingplatz an, aber was das für eine Tortur werden soll, stellt sich noch heraus. 7% sag ich da nur. Ich sagte Mone noch, dass wir auf dem Weg nach Bullerbyn genau hier hoch müssen, als wir die 40 von Vimmerby kommend herunterfahren. Auf Trekkingbikes. 7 Gänge bzw 21 Gänge bei Mone aber die Schaltungsanlage muss mal justiert werden. Demnach hat sie maximal 12 Gänge.

Wir frühstücken in der gleißenden Sonne, es sind gefühlte 30°. Dann radeln wir los und tatsächlich müssen wir den Berg rauf, das GPS hat zwar dankenswerterweise nicht die ganze Passage bis zur Hochebene auf der Karte markiert aber 300m müssen wir auf jeden Fall den Berg hoch. 300m mit 7%. Das sind zwar in Worten nur einundzwanzig Höhenmeter, aber die haben es in der stechenden Mittagssonne in sich. Vor dem Abzweig Richtung Norrlida steigen wir beide vom Rad. Mone keucht heftig – bei Belastungsasthma muss man die Gesundheit auch nicht herausfordern. Gemeinsam gehen wir den Schotterpfad ein ganzes Stück bis es wieder annehmbar ansteigt und wir mit dem Rad weiter können. Bis nach Bullerbü (Bullerbyn) sind es aber noch gute 120 Höhenmeter zu bewältigen. 120 Höhenmeter auf 8 Kilometer, das sind umgerechnet 15 cm senkrechte in die Höhe mit jedem Meter. Ok klingt lächerlich. 1,5m auf 10 Metern? 15 Meter auf 100 Meter? Pah, wäre doch gelacht oder?

Ok es gibt hin und wieder ein paar kurze Flachpassagen aber am Ende sind wir beide heilfroh, dass wir das Schild Bullerbyn am Haus entdecken. Wir sind uns zunächst sicher, dass wir richtig sind. Drei Häuser (Södragarden, Mellangarden, Nörragarden), ein großer Stall, ein Café und der große Hof mittendrin. Doch Mone ist enttäuscht und kann sich gar nicht an diesen Ort erinnern. In ihrer Erinnerung war alles viel größer, eine Schaukel vorhanden, eine Scheune mit viel Heu zum Reinspringen, ein Baum mit Loch in den man reinklettern konnte. Wir gehen zurück zum Parkplatz, an dem wir vorbei gekommen sind. Hier werden für alle motorisierten Fahrzeuge 40 SEK Parkgebühr fälllig, das Geld kommt dem Hof zugute. Doch auch da finden wir nichts. Ich frage bei den Parkwärtern, die gelangweilt unter einem Häuschen auf die nächsten Gäste warten, nach, wo denn der Hof sei. Aha also doch da, wo wir herkommen. Ich ermutere Mone, dass wir vielleicht nicht genau genug hingesehen haben.

Dann aber tatsächlich entdecken wir die genannten Orte doch auf dem Hof. In der Scheune tollen wieder so viele Ole, Bosse, Lisas und Co im Heu herum. Zwei deutsche Knirpse sagen ihrer Mutter noch vor dem Betreten der Scheune, dass sie Michels Schnitzmesser nicht mit reinnehmen können und drücken es prompt einfach Mone in die Hand. Wir lachen amüsiert. Diese Kinder sind ordentlich erzogen worden. Definitiv. Rechts neben der Scheune entdecke ich dann auch den Baum mit dem Loch und der Schaukel. Natürlich versuche ich, in den Baum hinein zu klettern. Scheitere aber kläglich an meiner Größe(!) – nicht Umfang! Danach gönnen wir uns ein Eis im nett gemachten Café und ruhen uns etwas vor der Mittagssonne aus.

Bullerbü ist vielleicht nicht so gepflegt wie Katthult aber es lohnt sich, dahin zu fahren. Besonders mit Kindern. Vielleicht schaut man sich vorher nochmal eines der vielen Filme der Kinder von Bullerbü an und schwelgt in Erinnerungen oder eben direkt danach ;).

Wir verlassen den Ort der Kindheitserinnerungen und freuen uns auf eine 25 Minütige Fahrt bergab gen Tal. Da wir vorab ausgemacht hatten uns ein Kanu zu leihen, kümmere ich mich direkt nach der Ankunft darum. Das 3,50 Meter lange Aluminiumkanu ist fortan unser Begleiter am Nachmittag. Mone und ich paddeln gemütlich 3 Stunden durch den Asjön direkt am Camp und lassen uns nach der Rückfahrt noch im kleinen Asjön vor dem Ziel im Wasser treiben. Kanufahren ist definitiv ein schöner Sport, aus Erfahrung weiß ich, dass er auf einem Fluss noch viel anspruchsvoller ist und auch eine Menge Spaß beherbergt.

Abendessen und Abkühlen im Badesee sind natürlich obligatorische Verpflichtungen, die wir noch erledigen bevor ich zu einem kurzen Angeltrip an den großen Asjön gehe. Ich fange mit dem zweiten Wurf einen geschätzten 20cm Hecht und lasse auch den wieder artig schwimmen. Alles in Allem – der Tag war ein voller Erfolg. Wir sind unendlich dankbar, dass wir dies alles erleben dürfen und schätzen uns glücklich!

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