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Skandinavien – Der vierzehnte Tag

Wir wachen im Fort auf und ich denke noch kurz: Ist das gestern alles wirklich passiert? Da wir nun völlig dem eigentlichen Zeitplan hinterherhinken, überlegen wir heute nur bis nach Drammen zu fahren. Dort soll es einen schönen Stellplatz am Wasser geben. Sagt zumindest der Reiseführer. Wollten wir nicht weg von der Reiseführerreihe? Egal, uns bleibt nichts anderes übrig. Auch weil uns die Zeit gefehlt hat, uns mit Norwegen zu beschäftigen. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. 😉

Über dem Fort liegt ein grauer Schleier, fast so als will man uns sagen, dass sich Norwegen jetzt nicht mehr lohnt. Ich verstaue mit Mone den Tisch, Stühle und Co in der Seitengarage und wir brechen nach dem obligatorischen Frühstück noch kurz auf in die Festung, um Fotos zu schießen. Bei der gestrigen Besichtigung haben wir leider die Kamera vergessen. Gestern hat noch die Sonne geschienen, der Blick war deutlich schöner, aber was solls. Ich schieße Fotos und wir verlassen Halden in Richtung Nordwesten. Über die E6 geht es ein ganzes Stück über Autobahn bis kurz vor Oslo, dann fahren wir runter und begeben uns auf Landstraßen bis nach Drammen. Landstraßen lohnen sich eindeutig. Man sieht viel mehr vom Land und wir sind begeistert von den Schönheiten.

Auf dem Weg hier hin erhaschen wir noch einen Blick auf den Oslofjord, der erste richtig große Fjord mit Bergen links und rechts. In Schweden haben wir ja auf der Überfahrt von Skar nach Finnsbo den Gullmanfjord durchquert. Dann durchfahren wir den drittgrößten Unterwassertunnel in Norwegen. Den Oslofjordtunel mit seinen 7230 Metern und einer Tiefe von 134 Metern unter dem Meeresspiegel. Ganz schön dunkel und stickig da unten. Bis nach Drammen erleben wir die abwechslungsreiche Natur Norwegens mit mehr oder minder wechselhaftem Wetter.

Drammen selbst sieht auf den ersten Blick ganz nett aus, der Stellplatz liegt aber leider weiter oben auf dem Berg und wir folgen unserem Navi bis zum Ziel. Die Strecke dahin ist abenteuerlich, die Straßen eng und undurchsichtig. Oben angekommen, kommt in mir nicht gerade das Gefühl der Freude auf. Der Platz ist eigentlich sehr schön, aber die Strapazen mit Porthos haben mich wohl doch innerlich mitgenommen. Mone ergeht es genauso. Ich versuche mich beim Angeln abzulenken, fange aber nichts. Anschließend wandern Mone und ich noch um den See herum und beschließen währenddessen doch noch einen Campingplatz aufzusuchen. So können wir waschen und  die fehlenden Blogeinträge nachholen. Denn der Akku vom Laptop ist fast leer und benötigt wieder Saft.
Also fahren wir wieder runter nach Drammen auf dem Campingplatz. Langsam  tritt die Dämmerung ein und Regen kündigt sich an. Der Platz ist schön, liegt direkt am Fluss etwas außerhalb der Stadt. Wir bereuen unsere Enscheidung also nicht.

Abends besprechen wir noch den weiteren Reiseverlauf und  beschließen, Norwegen nicht weiter zu  befahren. Die Reise in Norwegen macht ohne konkrete Ziele für uns keinen Sinn und der Reiseführer ist nichts für uns. Die ersten Recherchen im Netz ergaben zudem, das viele Ziele, die uns interessieren eher im oberen Süd-Norwegen liegen, die Zeit für diese aber einfach zu knapp ist. An schönen Zielen möchte man  verweilen und nicht das Gefühl haben, sich von Ziel zu Ziel abhetzen zu müssen. Der erste Eindruck, den wir in Norwegen erhaschen konnten, bestätigte unser Bauchgefühl, dass man für die Schönheiten, die Norwegen bietet, sich auch Zeit nehmen sollte. Wie sagt man so schön? Gut Ding will Weile haben und die wollen wir uns für Norwegen einfach nehmen. Und wie anfangs beschrieben, feiert meine Schwiegermutter am Samstag ja ihren 60. Geburtstag und dort möchten wir ordentlich das Tanzbein schwingen und nicht völlig unermüdet von der Rückreise aufkreuzen. Demnach beschließen wir, Norwegen im nächsten Sommer zu bereisen und freuen uns schon jetzt darauf. Wir buchen also unsere Fähre für Sonntag nach Dänemark und werden bis dahin noch etwas von Norwegen mitnehmen, zumindest das was die Route ab Drammen bis nach Langesund zu bieten hat. Auch von Dänemark werden wir noch etwas erkunden, vermutlich Skagen mit der berühmten Spitze wo Nord und Ostsee sich die Hand geben und Hvide Sande, dem Anglermekka. Außerdem besuchen wir auf der Rückreise nach Osnabrück Mones Patenkind und eine weitere Freundin, die Nachwuchs bekommen hat, besuchen. Diese Verabredungen machen wir noch spontan klar und da die guten alten Freunde zum Glück auch außerhalb der Stadt wohnen, können wir mit Porthos ohne grüne Plakette hinfahren. Das sind doch weitere schöne Ziele, wie wir finden und wir freuen uns darauf!

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