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Skandinavien – Der zehnte Tag

Heute steht der traurige Tag an, an dem wir Mariannelund verlassen werden. Wir wollen unbedingt noch Strecke Richtung Westen machen, um vielleicht noch etwas sehenswertes von Norwegen mitzunehmen. Mone schlägt vor, dass wir uns bis nach Jönköping vorarbeiten und dann dort eine Rast einlegen. Leider können wir auf dem Spillhammars Campingplatz unseren Abwassertank nicht leeren, deswegen wollen wir heute nochmal einen anderen Campingplatz anfahren und hoffen, dass wir dort auf eine Servicestation stoßen, die alle Services anbietet. Spillhammar bietet das Auffüllen des Frischwassertanks und das Säubern der Chemietoilette an, wir nutzen nur das Frischwasser. Abwasser könnte man mit Hilfe einer Schüssel unter dem Abwasserrohr auch entleeren, aber das ist uns zu viel Arbeit bei theoretischen 100 Litern Abwasser. Wir haben die Tage über nicht wirklich viel Wasser im Wohnmobil verbraucht, aber Fakt ist, dass im Tank nun auch Abwasser drin ist.

Wir brechen also nach dem Frühstück und dem Auschecken bei den wirklich sehr freundlichen Besitzern des Camps Richtung Jönköping auf. Knapp 110 Kilometer liegen vor uns, auf der Strecke besorgen wir uns noch Lebensmittel beim Lidl in Eksjö und ich schaue noch bei Intropris und dem Angelzubehör vorbei. Bis nach Nässjö fahren wir hauptsächlich Nebenstraßen, wunderschöne Straßen und vor allem so leer. Dann düsen wir die restlichen 23 Kilometer auf der 40 runter bis nach Jönköping. Eigentlich wollten wir zum Campingplatz Axamo Strand & Camping, entdecken aber in Jönköping ein Schild zum Villa Björkhagen Camping und fahren dort hin. Im Vergleich zum Axamo Camping ist die Distanz von hier bis ins Stadtzentrum lächerlich gering. Lediglich 3 Kilometer sind mit dem Rad oder zu Fuß zu bewältigen.

Wir checken ein und machen uns gleich auf in die südlich vom Vättern gelegene Stadt Jönköping. Vättern, einer der drei großen Seen von Schweden, gleicht mehr einem Meer als einem See. Die Strecke führt entlang der Strandpromenade bis ins Zentrum und der Strand ist überraschend voll, selbst an einem Montag. Wahrscheinlich sind die allermeisten aber auch selber in den Ferien. Es ist schließlich überall Hochsaison hier. Jönköping ist an sich eine sehr schöne Stadt. Zumindest die Einkaufsstraße, der Hafen und das was wir sonst noch von der Stadt sehen können. Auch der Munksjön (Beitragsbild), der kleine See direkt an der Einkaufsstrecke gelegen glänzt mit schönen modernen Prachtbauten aus Beton. Ich muss sagen, schwedische Architekten haben echt guten Geschmack. Mone shoppt sich duch die zahlreichen Läden auf der Einkaufsstraße und ich bewundere die Läden, die Interieur anbieten. Wohnaccessoires sind nicht so meins, aber schwedischer Einrichtungsstil ist zu 100% unser Ding. Alles erstrahlt in wunderschönen Pastellfarben und in weiß oder grau und voll auf Vintage getrimmt. Porthos bekommt von uns passende Teppiche und Postkarten spendiert. Mone eine besondere – „You’re not old, you’re Vintage – Congratulations!“ 😀 Die Postkarten dekorieren jetzt unsere Dinette. Ein wenig mehr Farbe in das alte WoMo bringen. Pardon, in das Vintagemobil bringen.

Zurück von der Stadt machen wir uns es mit dem Abendessen gemütlich, grillen erneut und essen dazu leckeren Nudelsalat. Das Leben in einem Wohnmobil kann so schön sein. Zwischendurch lese ich die News, die in Deutschland gerade durch die Medien geistern und ich bin froh, dass ich gerade nicht Zuhause bin. Überall nur negative Nachrichten und wir bekommen ohne Internet wirklich nichts davon mit. So muss das Leben vor den Zeiten des Internets gewesen sein. Nicht, dass ich das nicht wüsste, aber nun nehme ich das alles bewusster wahr. Kinder und Jugendliche haben deutlich andere Interessen. Ich beobachte hier immer wieder – lasst die Kinder einfach Kind sein. Niemand muss den Kindern zeigen, wie die Welt funktioniert. Wenn sie es wissen wollen, werden sie schon fragen. Überhaupt – Matthew Mockridge schreibt in einem Kapitel seines Buches über den Vergleich von Kindern und Erwachsenen und verdeutlicht da nochmal, dass Kinder die besseren Führungskräfte sind. Der Gedanke ist nicht so abwegig.

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